Mit großem Erfolg haben vier Schüler*innen vom bischöflichen St.-Josef-Gymnasium (Kapu) in Bocholt an der Internationalen Biologie bzw. Chemie Olympiade (IBO und ICHO) teilgenommen. Diese Wettbewerbe richten sich an besonders begabte und interessierte Schüler*innen, gelten als die weltweit anspruchsvollsten naturwissenschaftlichen Schülerwettbewerbe und verlangen ein hohes Maß an Fachwissen, Ausdauer und selbstständigem Arbeiten.
Die Teilnahme begann im Juni 2025. Von insgesamt vier komplexen Aufgaben mussten drei Aufgaben in Form einer umfangreichen Hausarbeit vollständig gelöst werden. Die Aufgaben gingen weit über den Lernplan hinaus und waren deutlich komplexer als normaler Schulstoff. Dabei standen genaues Recherchieren, wissenschaftliches Denken und besonders eigenständiges Arbeiten im Vordergrund. Amelie Geßner und Carolina Rütter aus der Jahrgangsstufe Q1 nahmen an der Biologie-Olympiade teil und trafen sich in den Sommerferien mit der Biologielehrerin Frau Dr. Köhler, um in Experimenten die Auswirkungen des Klimawandels auf die Kohlenstoffdioxid-Speicherkapazität der Ozeane, die Versauerung der Meere und die Sterblichkeit der Korallenriffe zu untersuchen. In weiteren Aufgaben beschäftigten sie sich mit dem Training des Geruchssinns, mit der Entwicklung von neuen Antibiotika und mit dem Einsatz von microRNA als Medikament.
Kilian Koopmann aus der Jahrgangsstufe Q1 und Johanna Bergkemper aus der Jahrgangsstufe 10 erarbeiteten sich in der ersten Runde der Chemie-Olympiade viele theoretische chemische Aspekte rund um das Thema Pilze. So mussten komplexe organische Strukturen aus Pilzen bestimmt werden, Pilze als Schwermetallspeicher untersucht werden, die Biolumineszenz von Pilzen erklärt werden und die Giftigkeit von Pilzen theoretisch untersucht werden.
Die sorgfältig erstellten Hausarbeiten wurden bewertet, und Ende Oktober wurden die Ergebnisse bekannt gegeben: Carolina Rütter, Kilian Koopmann und Johanna Bergkämper haben sich für die zweite Runde qualifiziert. Allein das Erreichen dieser Runde stellt einen sehr großen Erfolg dar, denn in Runde 3 treten die jeweils besten Schüler*innen der einzelnen Bundesländer und in Runde 4 die international besten Schüler*innen an.
Die zweite Runde fand im November 2025 in der Aula des St. Josef Gymnasiums statt und bestand aus einer zwei- bzw. dreistündigen Klausur auf universitärem Niveau.
Carolina Rütter erreichte den 20. Platz in Nordrhein-Westfalen. Die Leistungen der 40 besten Teilnehmer*innen wurden jetzt mit einer Siegerehrung in der Bezirksregierung in Münster gewürdigt. Die Veranstaltung bot die Gelegenheit, sich mit anderen gleichaltrigen Schülern mit denselben Interessen auszutauschen. Dazu gab es eine Urkunde, die persönlich von Prof. Dr. Hallmann (vom Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie der WWU Münster) und Guido Opheys (Vertreter des Ministeriums für Schule und Bildung in Nordrhein-Westfalen) überreicht wurde. Zusätzlich hielt Prof. Dr. Hallmann einen Festvortrag mit dem Titel „Unser Immunsystem: Wie kann das bloß funktionieren?“
Die vier Schüler*innen vom Kapu haben aus verschiedenen Gründen an der Olympiade teilgenommen:
“Der wichtigste Grund ist unser großes Interesse an den Naturwissenschaften. Uns macht es Spaß, naturwissenschaftliche Fragestellungen zu bearbeiten und Zusammenhänge zu verstehen, die im „normalen Unterricht“ oft nur angeschnitten werden. Außerdem ist es sehr motivierend, dass das Wissen deutlich über den Schulunterricht hinausgeht und ein höheres fachliches Anspruchsniveau hat. Die damit einhergehenden Herausforderungen haben zusätzlich motiviert, unser Bestes zu geben und alle unsere Stärken in den Wettbewerb einfließen zu lassen. Im Gegensatz zur Schule herrscht bei dem Wettbewerb kein direkter Leistungsdruck beispielsweise durch Noten. Dadurch war die Vorbereitung deutlich angenehmer und auch effektiver, da keine Ergebnisse erwartet wurden. Der Wettbewerb genießt den Ruf, relativ schwierig und anspruchsvoll zu sein. Die einzigen Erwartungen kamen von einem selbst. Außerdem bot die Olympiade eine gute Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung, weil wir selbstständig arbeiten durften, unser Durchhaltevermögen stärken konnten und gelernt haben, wie wir mit scheinbar unmöglichen Aufgaben umgehen und diese trotzdem lösen.
Insgesamt war die Teilnahme an der Olympiade eine bereichernde Erfahrung, die sowohl unser fachliches Wissen als auch unsere persönliche Entwicklung positiv beeinflusst hat.”
Das erste Foto zeigt (von links) Amelie Geßner und Carolina Rütter vor der Schule; es stammt von Carolina Rütter.
Das zweiten Foto zeigt Carolina Rütter bei der Preisverleihung in Münster mit Dr. Hallmann und Guido Opheys. Es stammt von Manfred Schwöppe und ist zur Veröffentlichung freigegeben.