Erprobungsstufe

I Allgemeine Informationen zur Erprobungsstufe

Die Erprobungsstufe umfasst die Jahrgangsstufen 5 und 6 des Gymnasiums und versteht sich als „Förder- und Beobachtungsstufe“. Wie der Name nahelegt, kommen ihr in besonderem Maße die Aufgaben des Erprobens, des Förderns und des Beobachtens zu. Damit soll am Ende der ersten zwei Jahre an der weiterführenden Schule eine möglichst umfassende Beurteilungsgrundlage für die Entscheidung darüber gegeben sein, ob ein Kind für die gewählte Schulform geeignet ist. Dem Beobachtungs- und Erprobungscharakter der Stufe entspricht auch der Umstand, dass es von derJahrgangsstufe 5 zur 6 kein „Sitzenbleiben“ gibt. Am Ende der Jahrgangsstufe 6 entscheidet dann die Versetzungskonferenz über die grundsätzliche Eignung eines Kindes für die entsprechende Schulform. Einer positiven Entscheidung wird durch die Versetzung in die Jahrgangsstufe 7 entsprochen. Nicht-versetzte Schülerinnen und Schüler können in aller Regel die Klasse 6 wiederholen. Die Höchstverweildauer in der Erprobungsstufe beträgt 3 Jahre.

Erprobungsstufenkonferenzen

Im Verlauf der Erprobungsstufe finden regelmäßig Erprobungsstufenkonferenzen statt, um über die individuelle Entwicklung der Schülerinnen und Schüler zu beraten. Dabei geht es um pädagogische Gesichtspunkte ebenso wie um Aspekte des Leistungsverhaltens. Eventuell auftretende Schwierigkeiten werden in den Blick genommen und Wege zu ihrer Überwindung gesucht, vor allem durch Bereitstellung geeigneter Fördermöglichkeiten.

II Lernen und Unterricht

Um den individuellen Lernvoraussetzungen der Schüler, ihrer persönlichen Entwicklung sowie den curricularen und gesellschaftlichen Erfordernissen möglichst optimal gerecht zu werden, haben wir am Kapu für die Erprobungsstufe entsprechende Lern- und Unterrichtsmodule festgelegt. Sie weisen bestimmte Schwerpunkte auf:

Schwerpunkt: Soziales Lernen

Aspekte des sozialen Miteinanders sollen den Schülerinnen und Schülern den Start an der neuen Schule erleichtern und ihnen ein Gefühl des „Angekommen-Seins“ vermitteln. Die in den entsprechenden Lernsituationen verwendeten Lernmaterialien und die Fokussierung bestimmter Lernprinzipien entstammen dem bewährten Programm für soziales Lernen „Lion’s Quest“. Hier finden Themen wie „Ich und meine neue Klasse“, „Freunde finden“ oder „Selbstvertrauen stärken“ Berücksichtigung.

Schwerpunkt: Lernen Lernen

In der Phase der Eingewöhnung am Gymnasium rücken schnell Fragen des schulischen bzw.

fachbezogenen Lernens in den Vordergrund. Das Lernen lernen stellt daher einen wesentlichen Baustein bei der individuellen Bewältigung schulischer Anforderungen dar. Im Rahmen dieser Lernförderung erfahren die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel, wie sie ihr Lernen gut organisieren können. (Lern-) Zeitmanagement, Hausaufgabenanfertigung, Heftführung und verschiedene Lernmethoden sind einige der wesentlichen Inhalte.

Schwerpunkt: Rechtschreibtraining

Zu Beginn der Jahrgangsstufe 5 verbessern die Schülerinnen und Schüler je nach individuellem Leistungsstand ihre Kenntnisse in der Rechtschreibung. Dabei wechseln sich Phasen des selbstständigen Arbeitens mit lehrergelenkten Unterrichtsgesprächen ab, die den Schülerinnen und Schülern zunehmend Sicherheit im richtigen Schreiben vermitteln.

Schwerpunkt: SegeLn und Fördern

Das Unterrichtsbaustein SegeLn & Fördern dient der  fachbezogenen Förderung. Wie der Name sagt, berücksichtigt das Modul die Prinzipien des selbstgesteuerten Lernens und der individuellen Förderung.

Die Schülerinnen und Schüler können anhand von leistungsdifferenzierten Materialien aus den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik ihre inhaltlichen Kompetenzen verbessern. Sie dokumentieren ihren Arbeitsprozess und kontrollieren ihre Arbeitsergebnisse selbstständig. Vielfach können sie wählen, ob sie allein, mit einem Partner oder in einer kleinen Gruppe arbeiten möchten. 

III Hausaufgabenbetreuung

An zwei Nachmittagen in der Woche können die Schülerinnen und Schüler der Erprobungsstufe jeweils von 13:45 bis 15:00 Uhr ihre Hausaufgaben am Kapu erledigen. Dabei arbeiten sie in Kleingruppen und werden vornehmlich von Studentinnen und Studenten der Fachrichtung „Soziale Arbeit“ betreut. Wenn die Zeit reicht, kann Lehrstoff wiederholt oder vertiefend geübt werden.

 IV Informatik

Ab dem Schuljahr 2021/22 wird das Unterrichtsfach Informatik neu in das Curriculum des Gymnasiums aufgenommen und in der Erprobungsstufe im Rahmen von 2 Unterrichtsstunden erteilt. Wichtige Ziele des Faches sind es, den Schülerinnen und Schülern eine informatische Grundbildung zu vermitteln und sie zu einem „sicheren, kreativen und verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu be­fähigen“ (Medienkompetenzrahmen NRW).

(Contra-) Cybermobbing

Im Sinne der Erziehung zu einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien gerade auch in den persönlichen Bereichen des Miteinanders beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Phänomen des Cyber-Mobbings bzw. bekommen unter dem Stichwort Contra-Cyber-Mobbing Präventionsmöglichkeiten aufgezeigt. Sie werden mit Interventionsmöglichkeiten im Falle eines digitalen Mobbinggeschehens vertraut gemacht.

V Außerschulisches Lernen

Das Lernen an außerschulischen Lernorten stellt eine große Bereicherung des schulischen Lernens dar. Es eröffnet ganz neue Möglichkeiten und völlig andere Sichtweisen. Oft beschreiben Schülerinnen und Schüler diese Lerngelegenheiten als wichtige Auszeiten vom Schulalltag.

Schwerpunkt: Kapu-Kla-Ge-Tage

Die Kla-Ge-Tage sind natürlich keine Tage, an denen sich Schülerinnen und Schüler un-unterbrochen über alles Mögliche beschweren können, sondern es sind Klassen-Gemeinschafts-Tage.

Jede Klasse erlebt schon bald nach der Einschulung ihren Kla-Ge-Tag in einer morgendlichen Auszeit vom Schulalltag im Café Karton. Hier lernen alle gemeinsam, wie der Zusammenhalt in einer Klasse gestärkt werden kann. Jeder trägt dazu bei, dass ein gutes Miteinander entsteht und gegenseitiges Vertrauen wächst.

Dazu gibt es verschiedene Spiele, Übungen und Workshops:

  • Wir bahnen uns mit Hilfe von Cola-Kästen den sicheren Weg durch einen von Krokodilen wimmelnden Fluss.
  • Wir tüfteln in der Gemeinschaft aus, wie man aus dem 3. Stockwerk eines Gebäudes ein rohes Hühnerei so geschickt aus dem Fenster werfen kann, dass es unbeschadet unten ankommt. 
  • Wir entdecken die interessanten, spannenden oder auch witzigen Seiten unserer Mitschüler und geben jedem letztendlich einen netten Gedanken mit auf den Weg.

Mehr wollen wir an dieser Stelle nicht verraten, nur soviel: Kla-Ge-Tage sind, anders als der Name vermuten lässt, etwas, worauf sich alle freuen können.

Schwerpunkt: Erlebnistag im Bocholter Textilwerk

Am Ende des ersten Halbjahres am Gymnasium verbringt die Jahrgangsstufe 5 den Tag der

ersten Zeugnisausgabe als besonderen Erlebnistag im Bocholter Textilwerk. Das Kapu „schenkt“ seinen Fünftklässlerinnen und Fünftklässlern diese besondere Auszeit als „Belohnung“ für die Anstrengungen des ersten Schulhalbjahres und das LWL-Museum empfängt sie mit spannenden Aufgaben, interessanten Workshops und vielen Überraschungen. 

Im Rahmen einer Museumsrallye geht es darum, Aufgaben mit Köpfchen zu lösen oder handwerkliches Geschick zu beweisen. Auf jeden Fall erleben alle Teilnehmer Geschichte hautnah: So spinnen sie z. B. an einem Spinnrad wie vor über hundert Jahren, stricken den längsten Strumpf der Welt, färben Stoff mit Pflanzenfarben ein oder nehmen ein Dampfmaschinenmodell in Betrieb.  Die Schülerinnen und Schüler werfen auch einen Blick hinter die Kulissen eines Museums und lernen die eigentliche Museumsarbeit kennen. Sie erfahren, wie alte Gegenstände behandelt werden müssen, wie Museumsstücke archiviert werden oder wie man die Präsentation von Ausstellungsobjekten vorbereitet. Am Ende aller Bemühungen steht dann die offizielle Verleihung der „Museums-Meisterbriefe“.

Auch danach wird es noch einmal richtig spannend, wenn der Schulleiter des Kapu den Sextanern persönlich die ersten Kapu-Zeugnisse überreicht. Stolz, das erste Halbjahr erfolgreich absolviert zu haben, und mit der Erinnerung an die vielen schönen Erlebnisse des Tages gehen alle ins verlängerte Wochenende.  

VI Wander- und Projektwoche

In der letzten Woche vor den Sommerferien findet am Kapu eine Wander- und Projektwoche statt. Sie steht für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6unter dem Thema: ORION - vom Sternbild zum Weltbild. 

In den Grundmodulen des Projektes erfahren die Schülerinnen und Schüler viel Wissenswertes über die uns bekannten Stern- und Weltbilder. Sie machen sich vertraut mit mythologischen Vorstellungswelten und stellen ihnen naturwissenschaftliche Erkenntnisse gegenüber. Darüber hinaus werden sie in freien Projekten zu dem Oberthema ORION ganz nach individuellen Interessen und Fähigkeiten in vielfältiger Weise aktiv:  handwerklich, kreativ, spielerisch oder forschend und entdeckend. So erforschen die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel die Eigenschaften von Gasen und brennbaren Flüssigkeiten, indem sie eine Chipsdose zum Explodieren bringen. Sie spielen Theater, gehen in die „himmlische Nähschule“ oder studieren zu einem Sternenlied einen Tanz ein.  Für einige der freien Projekte nutzen wir außerschulische Lernorte und an einem Tag geht’s ins Planetarium nach Münster, um dort dem Sternbild ORION auf ganz andere Weise näher zu kommen. Die „Rasenden ORION-Reporter“ halten in der WPW vieles in Bild und Text fest.

VII Klassenfahrt nach Nütterden

In der letzten Woche vor den Sommerferien geht es für die gesamte Jahrgangsstufe 6 auf Klassenfahrt nach Nütterden. Hier zeigt sich, wie gut alle zusammengewachsen sind. Die Aktivitäten reichen von Wanderungen, Workshops, Fußball- und Tischtennisturnieren über Nachtwanderungen, Tagesausflüge und Grillabende bis hin zur Abschlussdisco. Was letztendlich von den vielen Möglichkeiten genau auf dem Programm steht, entscheiden die Klassen mit den begleitenden Lehrerinnen und Lehrern. Jedenfalls vergeht die Zeit oft viel zu schnell, aber die positiven Nachwirkungen der Fahrt wie die Stärkung der (Klassen-) Gemeinschaft und die Förderung des Miteinanders nehmen alle mit in die nächste Jahrgangsstufe.

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